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Neubau der Bibliothek im Erfurter Augustinerkloster

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Der vom Weimarer Architekturbüro Junk & Reich entworfene Neubau der Bibliothek im Erfurter Augustinerkloster wurde am 25. November in Erfurt mit dem Staatspreis für Architektur und Städtebau 2010 ausgezeichnet. Christian Carius, Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehrwertete den architektonisch gelungenen Wiederaufbau der Bibliothek als »richtungsweisend für den Umgang mit der Sanierung und Ergänzung historischer Gebäude«.

Das Weimarer Büro Junk & Reich beschäftigt zwischen 20 und 30 Architekten und Diplomingenieure. Das Leistungsportfolio des Büros schließt sämtliche Aufgaben der Objektplanung bei Gebäuden, Freianlagen und räumlichen Ausbauten ein. Junk & Reich agieren außerdem als Generalplaner und umfassen sämtliche Projektprozesse unter Integration aller Fachingenieure gesamtverantwortlich und interdisziplinär. Besonderen Wert legen die beiden Geschäftsführer Ulrich Junk und Klaus Reich nach eigener Aussage auf hohe handwerkliche und gestalterische Qualität. Von Wohngebäuden über Büro- und Verwaltungsgebäude, Schul-, Sport- und Freizeitbauten bis hin zu Krankenhäusern und Industriebauten kann das Büro eine umfassende Referenzliste vorweisen, die sowohl Neubau- als auch Bestandsmaßnahmen einschließt.

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Die Bibliothek im Augustinerkloster in Erfurt wurde 1945 während des zweiten Weltkriegs zerstört. Von der historischen Bibliothek war nur der Kellerbau in Form einer Ruine erhalten. Im Jahre 2004 fiel die Entscheidung, dieses denkmalgeschütze Gebäude wieder aufzubauen. Hier konnte sich der Entwurf des Weimarer Büros in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Trabert + Partner durchsetzen. Ein auf den Mauern der Ruine schwebender Neubau entstand im Zentrum Erfurts, der das Erscheinungsbild der Vorkriegszeit mit Aspekten der Moderne in einem spektakulären Gebäude vereinen soll – ausgestattet mit modernster Technik, die jedoch, ebenso wie das Tragwerk, nahezu unsichtbar bleiben sollte. Der erste Teil des Wiederaufbaus – die so genannten Waidhäuser – wurde in den vergangenen Jahren bereits fertig gestellt. Auch der zweite Bauabschnitt, das eigentliche Bibliotheksgebäude, wurde bereits abgeschlossen. Im August 2010 wurde die historische Bibliothek neu eröffnet.

Die Aufgabe war durchgängig sehr anspruchsvoll. Architekten, Ingenieure und Fachplaner mussten sich hier einer Reihe von Herausforderungen stellen. Der Entwurf entstand in enger Zusammenarbeit des Architekturbüros mit dem Tragwerksplaner. Das Büro Trabert + Partner verwirklichte die statisch anspruchsvollen Ideen des Architekten - keine sichtbaren Stützen - mittels Mikrobohrpfählen durch bestehendes Bruchsteinmauerwerk hindurch. Die Ergebnisse der Berechnungen flossen direkt in die Entwurfsidee ein. Das Büro Junk & Reich war in der Lage, das anscheinend stützenfreie, »schwebende« Bibliotheksgebäude wie geplant auszuführen.

»Eine derart übergreifende Maßnahme, die Denkmalpflege, Neubau und modernste bautechnische Aufgaben vereint, ist ohne moderne Technologie heute nicht mehr vorstellbar«, erklärt Geschäftsführer Ulrich Junk, Projektleiter der Bibliothek Augustinerkloster. »Hier fließen Entwurfsdaten unseres Büros mit statischen Plänen und TGA-Plänen der HKL Ingenieurgesellschaft mbH zusammen, und wir haben am Ende die Aufgabe, die Mengen für die Ausschreibung zu ermitteln. Erschwerend kommt hinzu, dass jeder Fachplaner Softwaresysteme eines anderen Herstellers einsetzt.«

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Seit rund fünf Jahren arbeitet das Weimarer Büro mit der technischen ERP-Lösung von RIB, die einen einfachen Informationsaustausch mit den Projektpartnern möglich macht. Die Architekten waren in der Lage, ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit vielen Unterstufen zu erstellen. Von Vorteil ist für das Büro auch, dass die Ausführerseite, speziell das klassische Baugewerbe, ebenfalls größtenteils mit der Business Suite aus dem Hause RIB arbeitet.

»Wir haben uns damals für die RIB-Software entschieden, da unser Büro sehr oft mit öffentlichen Bauherren zusammenarbeitet«, erklärt Junk. »Das Landesamt für Bau und Verkehr in Erfurt, beispielsweise, gibt die Ausschreibung mit dem RIB-System sogar vor. Viele kommunale Auftraggeber in unserer Region setzen RIB als Standardsoftware ein und setzen voraus, dass der beauftragte Projektsteuerer die gleichen Systeme implementiert.« 

RIB Software AG, www.rib-software.com/de

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