Start Innovation Klima/Lüftung Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

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Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Familie Lorenz hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Als Architekten haben sie die kompletten Planungsarbeiten in Eigenleistung erbracht. Entsprechend mit der Materie vertraut, ließen sie auch eine automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren. Der passende Partner dafür fand sich mit dem Lüftungsspezialisten Meltem aus Alling.

Harmonisch fügt sich das eingeschossige, langgestreckte Gebäude mit dem zweiseitig verglasten Anbau in die grüne Landschaft vor den Toren Münchens ein. Die Architektur ist geradlinig und modern. Trotzdem passt sie sich dank der Fassade aus Zedernholz sehr gut der Umgebung an. Große Fensterflächen sorgen für viel Helligkeit in den Räumen und bringen die Natur optisch nach innen. Das Gebäude wurde in Massivbauweise mit Außenwänden aus Stahlbeton errichtet. Partiell kam auch Sichtbeton zum Einsatz. Dieser setzt auch in den Innenräumen gestalterische Akzente. Die Dämmung erfolgte im Bereich der Holzfassade außen mit 18 Zentimeter Mineralwolle. An den Sichtbetonwänden wurde innen gedämmt. Der Dachaufbau erfolgte klassisch mit Holzdachstuhl mit Dämmung zwischen den Sparren und einer Aufdachdämmung. Die Dacheindeckung besteht aus Titanzink. Die Verkleidung an der Dachinnenseite wurde mit einer Trockenbaudecke ausgeführt.

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Das Haus verfügt über zwei Geschosse: dem sichtbaren Obergeschoss mit den Wohnräumen sowie einem Untergeschoss mit Keller- und Technikräumen. Die Grundfläche beträgt insgesamt ca 280 Quadratmeter. Der Energiestandard ist zwischen KfW 55 und KfW 70 einzuordnen. Zur Beheizung wurde eine Luft-Wärmepumpe installiert.

Der hohe Energiestandard bedingte auch den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Bauherrenfamilie sah hier jedoch nicht nur den energetischen Aspekt und den bauphysikalisch notwendigen, regelmäßigen Luftaustausch, wie er in der DIN 1946-6 vorgeschrieben ist. Argumente für die Installation der Lüftungsgeräte waren vor allem der hohe Komfort beim Lüften, denn man muss keine Fenster mehr öffnen und damit auf die Lüftungszeiten achten. Wichtig war außerdem der Schutz vor Insekten in den Innenräumen, speziell in ländlicher Umgebung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die Lüftungsgeräte wurden in den drei Kinderzimmern, im Elternschlafzimmer und im Bad eingebaut. Zusätzlich wurde noch ein Gerät im Gästebad vorgesehen, das als Zweiraumlösung beide Räume be- und entlüftet. Insgesamt kamen sechs Geräte zum Einsatz. Für die dezentrale Lösung entschieden sich die Bauherren, da die Geräte auf den Sichtbetonwänden optimal anzuordnen waren. Ein zentrales Lüftungssystem wäre mit wesentlich höheren Kosten verbunden gewesen, da die zu belüftenden Räume im Erdgeschoss weit auseinander liegen und entsprechend lange Lüftungsleitungen hätten verlegt werden müssen. Diese verstauben in der Regel im Laufe der Jahre und müssen dann aufwändig gereinigt werden.

Mit dem gewählten Lüftungskonzept entschied sich Familie Lorenz für einen zukunftsweisenden Weg. Es ist besonders wirtschaftlich, möglichst wenig Energie zur Gebäudebeheizung zu verbrauchen und die vorhandene Wärme mehrfach zu nutzen. Genau dies ist mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung möglich. Sie gewährleistet nicht nur den notwendigen Luftaustausch, der zur Erhaltung der Gebäudesubstanz wichtig ist, sondern nutzt auch die Raumwärme aus. Bei der Planung des Heizkonzeptes legte Familie Lorenz Wert auf die Einbeziehung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Seit mehreren Jahren arbeitet man in diesem Bereich mit dem Lüftungsanlagenhersteller Meltem aus Alling zusammen und kann in diesem Zusammenhang auf etliche erfolgreiche Projekte verweisen.

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Mit den Lüftungsgeräten von Meltem lässt sich in modernen Gebäuden mit entsprechender Dämmung stets ein gleichmäßiger Luftaustausch erzielen. Im Gegensatz zu herkömmlichen zentralen Lüftungsanlagen müssen für die Meltem-Geräte keine Rohrleitungssysteme installiert werden. Auf diese Weise lassen sich sämtliche Planungsarbeiten sowie die Ausführung vereinfachen. Auch einzelne Räume sind kostengünstig mit einer Wärmerückgewinnungsanlage auszustatten. Die Installation der Geräte erfolgte bei dem Objekt in der Nähe von München, wie bei den Geräten von Meltem üblich, in den Außenwänden der jeweiligen Räume. Die dazu benötigten elektrischen Leitungen konnten in die Betonwände integriert werden und sind daher jetzt nicht mehr zu sehen. Bei den Gerätevarianten handelt es sich um die Standardvariante mit drei verschieden Einstellungsmöglichkeiten. Sie lassen sich auf einfache Art und Weise bedienen. Während der Heizperiode wird die verbrauchte, warme Raumluft abgesaugt und dabei über einen Aluminium-Kreuzstrom-Wärmeübertrager geleitet. Bei diesem Vorgang wird der Luft die Wärme entzogen und anschließend an die getrennt zugeführte Frischluft übertragen. Auf diese Weise lassen sich ca. 76 Prozent der Wärme zurückgewinnen.

Zu den weiteren Vorteilen der Raumlüftung zählen höherer Wohnkomfort, da die Lufttemperatur immer konstant bleibt, sowie ein angenehmes Raumklima. Im Gegensatz zum Lüften durch das Fenster treten während des Betriebs der Lüftungsgeräte keine unangenehmen Zugerscheinungen auf. Die gleichmäßige Be- und Entlüftung sorgt außerdem für den Abtransport überschüssiger Raumluftfeuchte. Das ist speziell in Bad und Küche, aber auch in den Schlafräumen von hoher Bedeutung. Das gleiche gilt für die in der Luft vorhandenen Schadstoffemissionen wie CO2, Milben und Schimmelpilzsporen. Auch Allergiker können aufatmen, denn alle Geräte lassen sich mit einem speziellen Filtern ausrüsten.

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Um die benachbart im Untergeschoss liegenden Räume des Gästebads und Gästezimmers auf möglichst einfache Weise an die Lüftung anbinden zu können, wurde eine Zweiraumlösung installiert. Dazu wurde der zusätzlich zu entlüftende Raum, hier das Bad, über einen Lüftungskanal an das Lüftungsgerät im Nebenraum angeschlossen. Voraussetzung für die Zweiraumbelüftung mit einem Gerät ist, dass beide Räume nebeneinander liegen und es sich um einen Zuluft- und einen Abluftraum handelt. Zwischen beiden Räumen muss ein Luftverbund bestehen, beispielsweise durch unverschließbare Überströmöffnungen in den Türen. Das Lüftungsgerät wird im Zuluftraum (Schlafzimmer) installiert, sodass die zugeführte Frischluft direkt in den Raum gelangt. Auf den Abluftbereich des Gerätes wird ein Kanaladapter montiert und ein Flachkanal in den angrenzenden Abluftraum (Bad) geführt. Hier wird dann die verbrauchte Luft abgesaugt. Die Strecke zwischen Gerät und Abluftraum darf jedoch nicht mehr als 6 Meter betragen. Gegebenenfalls auftretende Druckverluste durch Länge des Flachkanals bzw. durch Umlenkungen sind durch Erhöhung des Luftvolumenstromes auszugleichen. Das Lüftungsgerät wird bei dieser Lösung mit einem Volumenstrom von 30 bis 40m³/h betrieben, um eine ausreichende Be- und Entlüftung sicherzustellen. Die Zuordnung Zuluft-/ Abluftraum ist dabei eindeutig festgelegt.

Das Einfamilienhaus von Familie Lorenz zeigt, dass dezentrale Raumlüftungskonzepte einen wichtigen Beitrag zu modernen Energiekonzepten leisten können. Die einfache Installation und große Bandbreite an Gerätetypen bei der Produktserie M-WRG erlaubt die Realisierung individueller Lüftungslösungen. Neben einer Reduzierung der Heizkosten tragen Wohnraumlüftungsgeräte von Meltem zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität in den Räumen und damit zu einer Erhöhung des Wohnkomforts bei. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Senkung der Heizkosten.

Meltem Wärmerückgewinnung, www.meltem.com

Fotos: Meltem, Alling

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