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Lernen in historischen Mauern

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Fassade in neuem Glanz. Bildquelle: Gerhard Hagen

Ein schwedisches Sprichwort besagt, jeder Schüler habe drei Lehrer: Der erste ist der Lehrer selbst, der zweite seine Mitschüler und der dritte das Schulgebäude und die Räume darin. Besonderes Glück mit dem dritten Lehrer haben die Schülerinnen und Schüler des traditionsreichen Clavius-Gymnasiums in Bamberg, denn ein solch prachtvolles historisches Gebäude bietet natürlich ganz besondere Raumerlebnisse und erzählt die Geschichte vieler Schülergenerationen.

Modernisierung und Erweiterung
Der Bau war jedoch in die Jahre gekommen und die räumliche Beengtheit aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen so drängend, dass im Jahr 2011 eine Erweiterung und Modernisierung der Schule in vier Bauabschnitten beschlossen wurde. Nicht nur die Häuser »Martin« und »Clavius« wurden modernisiert, sondern auch ein drittes Gebäude mit sieben neuen Klassenzimmern wurde errichtet und ein Verbindungsbau zwischen den Gebäuden erstellt.
Im vierten und letzten Bauabschnitt wurde der denkmalgeschützte Hauptbau einer General- und Fassadensanierung unterzogen.
Die Fassade des 125-jährigen Gebäudes im Stil eines Palazzo der Neo-Renaissance hat alles, was das Herz der Fachleute höherschlagen lässt: Im Erdgeschoss eine Rustika mit bossiertem groben Spritzputz, im 1. und 2. Obergeschoss Fenster mit Laibungen, Giebeln und Rundbogen in Sandstein. Außerdem Dekorelemente wie Konsolen, Girlanden- und Figurenmotive und kannelierte Säulen und Kapitelle aus Kunststein sowie Bossierungen aus Kalk- bzw. Kalkzementputz.

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Das grobe Bossenmauerwerk im Erdgeschoss. Bildquelle: KEIM

Befund der Fassade
Bereits 2011 wurde im Rahmen umfangreicher Voruntersuchungen die Firma Schmuck Denkmalpflege aus Bamberg mit der Schadenskartierung an der historischen Bossenfassade beauftragt. Der Auftakt der Sanierung erfolgte dann aber erst im Herbst 2015. Ein Team aus Restauratoren und Stuckateuren besprach den Arbeitsablauf durch eine Musterachse und legte in Zusammenarbeit mit einem Fachberater der Firma KEIM Materialien und Schichtaufbau fest. Dieser Entscheidungsprozess war nicht einfach und benötigte einige Bedenkzeit.
Da die Voruntersuchungen keinen eindeutigen historischen Befund für die Farbgebung erbracht hatten, beschlossen die Denkmalschutzbehörde und die Stadt Bamberg als Bauherr die Orientierung am Bestand. Anhand der Musterachse wurden insgesamt vier verschiedene Farbentwürfe erarbeitet, die sich an der Bestandsfarbigkeit ausrichteten.
Im Rahmen mehrerer Begehungen mit Vertretern der Stadt und des Denkmalamts wurde die Farbgebung eingegrenzt, ergänzt und schließlich im März 2017 durch die Stadt entschieden. Die Wahl fiel auf ein lichtes Steingrau für die Laibungen und Dekorelemente, kombiniert mit einem Grauviolett für die Mauerwerksflächen im EG und einer helleren Nuance des Farbtons für die oberen zwei Geschosse.

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Ausführung mit mineralischen Produkten
Die Ausführung erfolgte mit mineralischen Produkten der Firma KEIM. Da der bestehende Putz der Fassade in den Obergeschossen starke Rissbildungen und teilweise Ablösungen aufwies, wurden die geschädigten, nicht haltbaren Bereiche entfernt und mit reinem Kalkputz ergänzt. Nach den Putzergänzungsarbeiten und dem Fluatieren der Putzflächen folgte ein Aufbau mit KEIM Fixativ Grundierung, einem Zwischenanstrich mit KEIM Unikristalat und Felsit 1:1 gemischt und zwei Lagen KEIM Unikristalat getönt.

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Im Oktober 2017, nach viereinhalb Jahren Bauzeit, wurde die Modernisierung und Sanierung von Oberfrankens größter Schule mit einem großen Festakt abgeschlossen und alle waren sich einig: Das Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem die Schüler sich wohlfühlen und in inspirierender Atmosphäre lernen können, ist gelungen!


Bauherr:
Zweckverband Gymnasien Stadt und Landkreis Bamberg
Vertreten durch die Stadt Bamberg
Finanzreferat-Immobilienmanagement

Planung: djb-Architekten GmbH, www.djb-architekten.de


Ausführung: Schmuck Denkmalpflege, www.schmuck-bamberg.de


Produkte: KEIMFARBEN GmbH, www.keim.com


KEIMFARBEN Fachberater: Tino Klauer

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