Start Architektur Deutschland Christoph Mäckler: Wohnen am Dom in Frankfurt am Main

Christoph Mäckler: Wohnen am Dom in Frankfurt am Main

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Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist die ehemalige Frankfurter Altstadt in blockrandartiger, aufgelockerter Zeilenbauweise mit dazwischen liegenden großzügigen Grünflächen bebaut worden. Um die Innenstadt als Wohnstandort aufzuwerten und für alle Bevölkerungsschichten wieder attraktiv zu machen, aber auch um dem zunehmenden Wohnungsmangel entgegenzuwirken, ist heute eine maßvolle Nachverdichtung der Innenstadt wichtig und notwendig geworden.

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Der Entwurf für den Neubau des fünfgeschossigen Wohnhauses mit 12 Wohnungen übersetzt die Anmutung der historischen Bebauung in eine moderne Formensprache und setzt sich sowohl mit dem Städtebau der Nachkriegszeit als auch mit dem Thema des innerstädtischen Wohnens in unmittelbarer Nähe zu Dom und Altstadtquartier auseinander.

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Die lockere 50er-Jahre-Bebauung wird maßvoll verdichtet, die Farbgestaltung an die Bauten der Umgebung angepasst und der alte Gassenverlauf der Großen Fischerstraße herausgearbeitet. Die bisher öffentliche Grünfläche im Blockinneren wurde durch den Neubau und die direkt anschließenden Anbauten sowie die Neuordnung der Tiefgaragenzufahrt baulich zu einem halböffentlichen Hof eingefasst. So wurde für die Anwohner ein gestalteter Grünbereich mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen, der Verantwortlichkeit weckt.

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Das Gebäude selbst ist in zwei, leicht gegeneinander verschobene rechteckige Baukörper geteilt, die sich als schmale, hohe Häuser mit ihren schieferbedeckten Spitzgiebeln zur Straße wenden. Eine auf wenige markante Elemente reduzierte Formensprache prägt die äußere Gestalt und gibt dem Gebäude eine klare und ruhige Anmutung. Die architektonische Eigenständigkeit der beiden Gebäudehälften wird durch die unterschiedlichen Putzarten und Farben unterstrichen: in Weiß mit Glattputz und in Rot als Kammputz. Die horizontalen Rillen des Kammputzes erzeugen durch das Licht- und Schattenspiel eine hohe Plastizität der Fassade.

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Durch barrierefreie Wohnungen, flexible Wohnungsgrundrisse mit privaten Terrassen, Balkonen und Loggien berücksichtigt das Gebäude vielfältige Wohnbedürfnisse und entspricht den heutigen Anforderungen an urbanes Wohnen. Der zentrale Erschließungskern mit Aufzug und Treppen zwischen den beiden Gebäudeteilen bietet einen direkten Anschluss an die bereits bestehende Tiefgarage, in die auch die Kellerräume integriert wurden.

Die massiven Mauerwerkswände aus hochgedämmten Ziegelsteinen ermöglichen im Zusammen-wirken mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe eine hohe Energieeffizienz auf Passivhaus-Niveau. Auf eine zusätzliche Dämmung an der Fassade kann verzichtet werden. Zudem ist das Gebäude mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und alle Wohnungen verfügen über eine kontrollierte Be- und Entlüftung zur Frischluftversorgung, bestehend aus Einzelgeräten mit Wärmerückgewinnung.

Projektdaten
Standort: Große Fischerstraße 10, Frankfurt am Main
Architekt: Prof. Christoph Mäckler Architekten, www.chm.de
Bauherr: Frankfurter Aufbau AG
Bauzeit: 2010 – 2012
Größe: BGF, oberirdisch: 1.770 qm
Höhe: 5 Vollgeschosse + Dachgeschoss
Nutzung: 12 Wohnungen (à 60 –150  qm)
Energiebedarf:25,7 kWh/qma

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