Start Termine Ausstellungen Bauhaus Symposion: Hannes Meyer als Pädagoge

Bauhaus Symposion: Hannes Meyer als Pädagoge

Das Symposion »Hannes Meyer als Pädagoge« befasst sich mit der pädagogischen Konzeption und Praxis von Hannes Meyer, die er als Lehrer und Direktor am Bauhaus Dessau in den Jahren 1927 – 1930 entwickelt und später fortgeführt hat. Hannes Meyer hat die von Walter Gropius und den von ihm berufenen Meistern begründete Bauhauspädagogik (1919 – 1927 / 28) wesentlich verändert und neu konzipiert. Nicht nur, dass er die Architekturlehre im Auftrag von Gropius begründete und wissenschaftlichen Studien in den Entwurfsprozess einführte. Ihm gelang in der Lehre, mit Studierenden Bauprojekte (Laubenganghäuser, Haus Nolden) und industrielle Produktionen (Kandem-Leuchten und Rasch-Bauhaustapeten) zu realisieren. Durch die Berufung neuer Lehrer begründete er die Städtebaulehre (Hilberseimer) und den Fotografieunterricht (Peterhans), durch Gastvorträge integrierte er wichtige neue Wissensgebiete in die Lehre ein. Die dreitägige Tagung fokussiert drei Themenfelder:

1. Pädagogisches Konzept
Der erste Symposions-Tag stellt die Pädagogik von Hannes Meyer ins Verhältnis mit der Architekturausbildung der 1920er Jahre allgemein und mit der Bauhauspädagogik der Ära Gropius (Gropius / Moholy-Nagy) und widmet sich den konzeptuellen Grundideen. Diese finden ihre Fortsetzung und Weiterentwicklung durch Meyers spätere Tätigkeit in Mexiko wie durch die Praxis der Hochschule für Gestaltung Ulm ab 1956. Ein besonderer Fokus wird auf den Praxisbezug in der Lehre geworfen wie auf der Frage, wie Hannes Meyer in Bildungsbauten (Mümliswill /  Bernau) seine pädagogischen Ideen räumlich umgesetzt hat.

2. (Neue) Lehrer am Bauhaus im Direktorat von Hannes Meyer
Seine pädagogische Konzeption setzte Hannes Meyer nicht zuletzt durch seine programmatische Auswahl des Lehrpersonals um, welche oft mit strukturellen Veränderungen einher ging. So wurde durch Zusammenlegung der Metallwerkstatt, der Tischlerei und der Wandmalerei die Ausbauwerkstatt geschaffen, die Fotografiewerkstatt neu gegründet und eine Städtebaulehre eingeführt. Auch wurde mit Gunta Stölzl eine Frau als Meisterin berufen. Durch Gastdozenten und zahlreiche Gastvorträge wurde das Lehrangebot erweitert und programmatisch geschärft. Am zweiten Symposionstag wird eine Auswahl der für die Ära Hannes Meyer wichtigsten Lehrpersönlichkeiten vorgestellt und ihre konzeptuellen Haltungen, theoretischen Positionen und entwurflichen Methodiken erörtert, in denen sich die Neuausrichtung der Bauhauslehre manifestiert.

3. Bauhausschüler der Ära Hannes Meyer
Am Beispiel der Architekturlehre unter Hannes Meyer wird der Wirkung seiner Pädagogik auf die nächste Gestaltergeneration nachgegangen. Relevant hierbei ist, dass die Studierenden aufgrund der politischen Umbrüche in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Konstellationen tätig wurden, sei es in der stalinistisch geprägten Sowjetunion, in Deutschland unter dem Nationalsozialismus und in der Ära des kalten Krieges, nach der Staatsgründung Israel, in Westeuropa oder Südamerika. Kritisch zu Fragen ist, ob Einflüsse des Bauhauses – u.a. unter Meyer – die Position der Bauhausschüler wirklich wesentlich mitgeprägt haben und wie diese angeeignet und fortentwickelt wurden.

Referenten
Prof. Dr. Peter Bernhard (Uni Erlangen- Nürnberg)
Prof. em. Dr. h.c. Gui Bonsiepe (DesigntheoretikerGestalter, La Plata?/?Buenos Aires)
Ute Brüning (Designhistorikerin Berlin)
Brenda Danilowitz (Josef and Anni Albers Foundation, New Heaven)
Dr. Folke Dietzsch (Architekt, Ebeleben/Thüringen)
Prof. Dr. Zvi Efrat (Bezalel Academy Jerusalem)
Tatiana Efrussi (Universität Kassel)
Jens-Uwe Fischer (HfbK Hamburg)
Prof. PhD. Anthony Fontenot (Woodbury University, Los Angeles)
Prof. Dr. Raquel Franklin (Anahuac University, Mexico City)
Dr. Gregory Grämiger (ETH Zürich)
Prof. Dr. Simone Hain (Berlin)
Dr. Gregor Harbusch (Architektur- und Kunsthistoriker)
Dr. Sibylle Hoiman (Bauhausarchiv Berlin)
Sebastian Holzhausen (Architekt, Zürich)
Prof. Espen Johnsen (University of Oslo)
Vistiting Assisistant Prof. Dara Kiese (Parsons School of Design, Pratt Institute)
Prof em. Dr. Martin Kipp (Berufspädagoge Rosenfeld-Bickelsberg)
Dr. Norbert Korrek (Bauhaus-Universität Weimar)
Dr. Werner Möller (Stiftung Bauhaus Dessau)
Hanneke Oosterhof (TU Eindhoven)
Prof. Philipp Oswalt (Universität Kassel)
Prof. em. Ingrid Radewaldt (Designhistorikerin, Hamburg)
Mag. Adina Seeger (Kuratorin Jüdisches Museum Wien)
Mag. Kunstg., M.Sc. Anne Stengel (Universität Kassel)
Mag. Anna Stuhlpfarrer (Kunstuniversität Linz)
Visiting Assistant Prof. Dr. Daniel Talesnik (Illinois Institute of Technology)
Mag. Arch. Andreas Vass (Architekt, Wien)
Prof. i.R. Dr. phil. Rainer K. Wick (Bergische Universität Wuppertal)
M.A., Dipl.-Museol. (FH) Julia Witt (Berlin)
Dr. Friederike Zimmermann (Kunst & Kommunikation)

Hannes Meyer als Pädagoge Bauhaus Symposion. 15.-17.3.2018, Universität Kassel

Weitere detaillierte Informationen: www.uni-kassel.de/bauhaus-symposium

University Kassel, Neubau ASL, Raum 0106, Universitätsplatz 9, 34127 Kassel
Veranstalter / Organizer: Universität Kassel, Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen, Prof. Philipp Oswalt
Eintritt : 50 € gesamt , 20 € je Tag. Studenten Eintritt frei
Gefördert von Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Herman Henselmann Stiftung, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Industriearchitektur: Neuer Praxisraum für das Geberit Informationszentrum in Lausanne

Industriearchitektur: Neuer Praxisraum für das Geberit Informationszentrum in Lausanne

Nach zwei Jahren erfolgreicher Schulungen in den neuen Praxisräumen im Informationszentrum von Geberit in Jona, erhält jetzt auch der Schulungsraum in Lausanne ein neues Gesicht. Sanitärprofis werden so in modernen und ansprechenden Räumen für die Installation der Geberit-Systeme geschult.

Umbau Wohn- und Geschäftsgebäude D17 in Ingolstadt von Bettina Kandler Architekten

Umbau Wohn- und Geschäftsgebäude D17 in Ingolstadt von Bettina Kandler Architekten

Das  Wohn- und Geschäftsgebäude D17 liegt städtebaulich in einer funktional wichtigen Lage am südlichen Eingangsbereich zur Altstadt von Ingolstadt und in unmittelbarer Nähe zur Donau. Archivierte Pläne gehen bei dem Wohn- und Geschäftshaus auf das Jahr 1878 zurück.

Frankfurter Buchmesse: Raum für Inspiration von schneider+schumacher

Frankfurter Buchmesse: Raum für Inspiration von schneider+schumacher

480 Quadratmeter Grundfläche, 6,5 Meter Höhe und eine selbsttragende Holzkonstruktion mit lichtdurchlässiger Membran – das ist der »Frankfurt Pavilion«, das neue Wahrzeichen der Frankfurter Buchmesse. Geplant und umgesetzt von schneider+schumacher, entsteht auf der 70. Frankfurter Buchmesse ein ikon...

Weitere Artikel:

Fassade mit Sandwichpaneele

Fassade mit Sandwichpaneele

Unkonventionell, homogen und auffällig – so präsentiert sich die Gebäudehülle eines neuen Wohnhauses im Stadtteil Ofenerdiek in Oldenburg. Realisiert wurde sie mit gedämmten Wand- und Dachelementen. Außen zieht das Wohnhaus mit einer einzigartigen Fassade die Blicke der Passanten auf sich. So wurde ...

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Großstädte der USA gehören mit zu den verkehrsreichsten Städten der Welt. New York und Los Angeles liegen bei den Statistiken vorn: der Ärger über Parkgebühren, Staus oder Luftqualität gehört zum Alltag. Einer der großen Stressfaktoren in den urbanen Zentren ist der Parkplatzmangel, verschärft durch...

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

In Kapstadt hat sich ein historisches Getreidesilo zum Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst gemausert. Die Architekten des Heatherwick Studio ließen die betonierten Wandungen der Kornkammern aufsägen und schufen damit ein Atrium von beinahe kathedralenhaftem Charakter. Neuer Beton verstärkt...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter


Ihre E-Mail
 
   

Senden Sie mir die kostenlosen Nachrichten der AZ/Architekturzeitung per E-Mail zu. Meine Anmeldung erfolgt, nachdem ich die Datenschutzhinweise gelesen haben. Die Nachrichten können Werbung von Dritten enthalten. Mein Einverständnis zum Empfang der Nachrichten kann ich jederzeit widerrufen.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Tragwerke mit Nagelplattenbindern
    Tragwerke mit Nagelplattenbindern Nagelplattenbinder bilden das Gerüst des Dachtragwerks und bieten sich zur Verwirklichung selbst extrem komplexer Architekturen an. Sie sind als Bauteile…

Fassade mit Sandwichpaneele

Fassade mit Sandwichpaneele

Unkonventionell, homogen und auffällig – so präsentiert sich die Gebäudehülle eines neuen Wohnhauses im Stadtteil Ofenerdiek in Oldenburg. Realisiert wurde sie mit gedämm...

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Parkhaussysteme für urbane Zentren

Großstädte der USA gehören mit zu den verkehrsreichsten Städten der Welt. New York und Los Angeles liegen bei den Statistiken vorn: der Ärger über Parkgebühren, Staus ode...

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA)

In Kapstadt hat sich ein historisches Getreidesilo zum Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst gemausert. Die Architekten des Heatherwick Studio ließen die betonier...

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Gipsfaserplatten für die Elbphilharmonie in Hamburg

Die großformatigen Gipsfaserplatten bestehen aus einem Vormaterial aus Naturgips. Sie zeichnen sich durch ihre Belastbarkeit, die Brandschutzeigenschaften (A1) und ihre h...

KanyaKage mit modernen Sanitäranlagen ausgestattet

KanyaKage mit modernen Sanitäranlagen ausgestattet

In Berlin-Kreuzberg eröffnete Ende April 2018 eine einzigartige Kunst- und Veranstaltungslocation. Nach den beiden Eigentümern KanyaKage benannt, ist der neue »Artspace« ...

Vakuum-Isolierglas und Explosionsschutz-Dünnglas

Vakuum-Isolierglas und Explosionsschutz-Dünnglas

Das neue Vakuum-Isolierglas (VIG) von AGC zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Uneingeschränkte Sicht ohne sichtbare Evakuierungsöffnungen. Es wird wie normales Iso...

Kunst im Tageslicht betrachtet

Kunst im Tageslicht betrachtet

Die Stiftung »Das Maximum« präsentiert im bayerischen Traunreut nahe dem Chiemsee bedeutende Werke zeitgenössischer Kunst, unter anderem von Georg Baselitz und Andy Warho...

Architekturbüro mit Sichtbetonfassade

Architekturbüro mit Sichtbetonfassade

Der Neubau eines Architekturbüros ist für alle Beteiligten am Bau eine Herausforderung, denn letztlich ist das Bürogebäude die in Beton gegossene Visitenkarte des Archite...

Die höhere Mathematik der Ästhetik

Die höhere Mathematik der Ästhetik

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, seit beim Entwurf der Titanaußenhaut für das Guggenheim-Museum in Bilbao erstmals die CAD-Software CATIA für ein renommiertes Gebäude ei...

Schaltbares Glas

Schaltbares Glas

Halio hat die Ästhetik seines intelligenten schaltbaren Glas-Systems auf das Wesentliche reduziert: völlige Farbneutralität und natürliche Transparenz wie ein herkömmlich...

Weitere Artikel:

Anzeigen AZ-D1-D2-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.